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Elizabeth wird vermisst von Emma Healey

Maud ist etwa 80 Jahre alt und ständig auf der Suche nach ihrer besten Freundin Elizabeth, die plötzlich spurlos verschwunden ist – für Maud jedenfalls. Alle anderen reagieren nur genervt auf Mauds ständige Nachfragen, weil sie vermutlich jedes Mal dieselbe, einfache Erklärung herbeten. Allerdings kommt diese in Mauds Bewusstsein nicht an, denn Maud leidet an Alzheimer. Die Gegenwart entgleitet ihr immer mehr und sie hat größte Schwierigkeiten, den Alltag zu bewältigen. Sie selbst kann das natürlich nicht so wahrnehmen und  fühlt sich von Pflegekräften und ihrer fürsorglichen Tochter Helen ausspioniert und gemaßregelt. Maud versucht immer wieder, aus ihrem sicherheitshalber abgeschlossenen Haus auszurücken. Leider weiß sie schon Sekunden später nicht mehr, wo sie eigentlich hinwollte, und landet so häufig wieder in Elizabeths verlassenem Garten. Dort hat sie einmal einen Gegenstand gefunden, von dem sie ganz sicher ist, dass er ursprünglich ihrer Schwester Sukey gehörte. Sukey, die in den 40er Jahren kurz nach ihrer Hochzeit verschwand und nie wieder aufgetaucht ist, außer in Mauds Erinnerung. Dort wird sie von Tag zu Tag präsenter, je mehr die aktuellen Dinge Mauds Bewusstsein entgleiten. In ausführlichen Rückblenden erfahren wir, was damals in Mauds Familie geschah und verstehen allmählich, warum es sie nicht loslässt, sondern ihre Gedanken immer mehr durchdringt.
Es ist ebenso interessant wie beängstigend, diese Geschichte aus der Perspektive der Alzheimer-Patientin zu lesen. Dabei erzählt die erst 28-jährige Emma Healey erfrischend und mit viel Humor, ohne jemals ins Lächerliche zu geraten. Sie hat selbst mehrere Demenzpatienten in ihrer Familie mit betreut und hier einen gelungenen Weg gefunden, auf unterhaltsame Weise Verständnis für Betroffene und Angehörige zu wecken.    Ilse

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